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pauschales Universalticket

Bargeld für alle!

Unser Sozialbeitrag dient dazu solidarisch auch den finanziell schwächer gestellten möglichst gleichen Zugang zu Studium und Teilhabe an der akademischen Gemeinschaft zu ermöglichen. Daher betreiben wir unsere Mensen, Wohnheime, familiengerechte Wohnheimsplätze, Kindergärten, Studienabschluss-Darlehen, Rechts- und Sozialberatung, vieles Mehr, und arbeiten am ÖPNV-Semesterticket, das einen tatsächlichen Mehrwert für fast alle bieten wird.

Unabhängig davon wurde der Zwangskauf überzähliger Theaterplätze beschlossen, obgleich das für die Wenigsten Studienbezug hat, die Wenigsten Theater besuchen, die Wenigsten Theater besuchen wollen, und die Wenigsten regelmäßig auf gut Glück Abendkassen aufsuchen werden, nur um dann auf einem der freigebliebenen Hörplatze die Inszenierung auch nicht zu sehen oder bei ausverkauftem Hause draußen zu bleiben. Derart allgemeine Leistungen fallen zudem eher in den Aufgabenbereich der allgemeinen Sozialämter, und zeigen sich beispielsweise im Nürnbergpass. Dieser Restplatzzwang wurde als "unbegrenzter Zugang zu Kultur" verkauft, obwohl Kultur nicht in ihrer Allgemeinheit, und auch nicht unbegrenzt zugänglich wird.

Neuerdings wird auch ein Kunstkinozwang gefordert. Statt sich im Hörsaalkino zu engagieren, das umfangreiche Lizenzen hat, aber kaum Helfer, sollen erneut Gelder fließen, um vom solidarischen Sozialauftrag unserer Beiträge weiter abzuweichen, der da lautet: Solidarische Umverteilung von oben nach unten.

Diese Initiativen zeigen, dass die verfügbaren Gelder das sozial verwendbare Maß offenbar übersteigen. Daher wünsche ich Bargeld für alle. Bargeld, damit diejenigen, die sich ihre notwendigen Lehrbücher, Programme, Skripte, Internetzugänge mit dem zweiten Nebenjob verdienen müssen, nicht verpflichtet bleiben denen, die auch heute bereits de facto "unbegrenzten Zugang zu Kultur" haben, dieses Luxusproblem zu subventionieren, sondern die freie Wahl haben, zwischen zwei Stunden weniger im HiWi-Labor, einer Stunde weniger und Kopien in Farbe, oder gleicher Arbeitszeit, Vorspeise in der Mensa, Besuch im Hörsaalkino, und einem großen Mokka während einer Vorbereitung mit Kommilitonen in der Cafeteria, um so an der akademischen Gemeinschaft teilzuhaben.

Kaffee ist nämlich auch Kultur.

mpv, 27.07.2014, 15:01
Ideenstatus: wird diskutiert/geprüft

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